Barbara Hendricks, der Frosch und das Wertstoffgesetz

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24.06.2015 - Mainz

Von links nach rechts: Olaf Tschimpke, Präsident Nabu Deutschland, Dr. Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, Reinhard Schneider, Geschäftsführender Gesellschafter Werner & Mertz, Siegfried Schuch, Landesvorsitzender NABU Rheinland-Pfalz und Timothy Glaz, Leiter Corporate Affairs Werner & Mertz. Fotos: Marcus Steinbrücker/Werner & Mertz
Leicht-Verpackungen aus dem Gelben Sack sinnvoll zu nutzen und sie in einem technischen Kreislauf zu halten – darum geht es in der Recyclat-Initiative von Werner und Mertz. Denn der Gelbe Sack birgt ein großes, ungenutztes Potential zur Herstellung von sekundären Rohstoffen wie dem rPET: In 1,2 Millionen Tonnen Plastikmüll, der jährlich im Dualen System Deutschland (Gelber Sack) landet, sind circa zehn Prozent PET-Abfälle vorhanden. Von diesen 120.000 Tonnen werden etwa 50.000 Tonnen der PET-Verpackungsabfälle werkstofflich verarbeitet, zu minderwertigem Fleece oder Blumenkästen. 70.000 Tonnen der PET-Abfälle wandern als Hilfsbrennstoffe in kommunale Müllverbrennungsanlagen, was den CO2- Ausstoß erhöht. Der fossile Rohstoff, das Erdöl, geht durch Verbrennung unwiederbringlich verloren. Dabei ließe sich aus dem PET-Material auch wieder qualitativ hochwertiges PET-Material herstellen, so genanntes rPET, und die Verpackung wieder zur Verpackung und wieder zur Verpackung recyclen – der Mainzer Hersteller FROSCH hat mit der Recyclat-Initiative gezeigt, dass die Rückführbarkeit von PET-Verpackungen in einen geschlossenen Kreislauf technisch und praktisch möglich ist.

Besuch von Dr. Barbara Hendricks: Im Wasserzentrum erläuterte Reinhard Schneider der Umweltministerin, wie der Rohstoff Wasser sorgsam aufbereitet wird und für die gesamte Produktion von nachhaltigem Nutzen ist.
Jetzt wurde der Recyclat-Initiative erneut Aufmerksamkeit von oberster Stelle zuteil: In einem Arbeits-Gespräch mit Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks warb der geschäftsführende Gesellschafter von Werner & Mertz, Reinhard Schneider, für die weitere politische Unterstützung der Recyclat-Initiative. Barbara Hendricks besuchte die FROSCH-Verwaltung in der Rheinallee am Dienstag.

Eine Führung durchs Unternehmen gab der Ministerin einen Einblick in die technischen Produktionsabläufe, vermittelte Wissenswertes über das Unternehmen und seine Mitarbeiter und zeigte die Vielfalt der grünen Produkte, die unter den Markennamen FROSCH und GREENCARE PROFESSIONAL vertrieben werden.
Eine Führung durchs Unternehmen gab der Ministerin einen Einblick in die technischen Produktionsabläufe, vermittelte Wissenswertes über das Unternehmen und seine Mitarbeiter und zeigte die Vielfalt der grünen Produkte, die unter den Markennamen FROSCH und GREENCARE PROFESSIONAL vertrieben werden. Kurze Filmbeiträge erläuterten die Laser-Sensor-Technik des Kooperationspartners Unisensor zur Sortierung der PET-Flakes, auch die auf dem Firmengelände befindliche Produktion des Verpackungsherstellers ALPLA wurde besucht. Ein Besuch im Wasserzentrum, das die gesamte Produktion mit dem sorgsam aufbereiteten Rohstoff Wasser versorgt, lieferte Barbara Hendricks darüber hinaus ein anschauliches Beispiel dafür, dass Nachhaltigkeit bei Werner & Mertz ganzheitlich im Unternehmen gelebt wird. Eine Glaubwürdigkeit, die den FROSCH 2015 erneut zu Deutschlands vertrauensvollster Marke – Most trusted Brand - macht.

Die Ministerin war der Einladung des Unternehmens im Vorfeld der Nivellierung des Wertstoffgesetzes gefolgt und traf bei Werner & Mertz auf einen Kooperationspartner der Recyclat-Initiative und kritischen Begleiter in Umweltfragen, den NABU Deutschland. Der NABU Rheinland-Pfalz kooperiert mit FROSCH seit Jahren unter anderem im NABU-Projekt Lebensader Oberrhein. Zum Thema PET-Verpackungsmüll bezieht der NABU mit seinem Engagement in der Reyclat-Initiative deutlich Position: „Dass technologisch etwas anderes als Verbrennen möglich ist, hat die Recyclat-Initiative gezeigt“, wandte sich der Präsident von NABU Deutschland, Olaf Tschimpke an Barbara Hendricks und sprach sich gegen die Verwertung des PET-Abfalls als Brennmaterial aus. „Müllverbrennungsanlagen müssten nicht dauerhaft laufen, sondern könnten auf einen flexiblen Betrieb umgerüstet werden“, so Tschimpkes Vorschlag.

Aus den Reihen der CDU-und SPD-Bundestagsfraktion liegt der Ministerin ein Eckpunkte-Papier (ein Kompromiss der Berichterstatter der Koalition) für ein modernes Wertstoffgesetz vor, das nachhaltige, kommunalfreundliche und verbrauchernahe Produktverantwortung in den Vordergrund rückt. Die „ökologische Effektivität der haushaltsnahen Wertstoffsammlung“ soll demnach „spürbar verbessert“ werden. Die konkrete Höhe der Anforderungen sollte sich dabei „am Stand der besten jeweils in der Praxis verfügbaren Technik“ orientieren und „dynamisch“ gestaltet werden, fordern die Unterzeichner des Eckpunkte-Papiers. Darüber hinaus sollen Lizenzentgelte die Recyclingfähigkeit von Verpackungen und Produkten berücksichtigen und Anreize für eine an ökologischen Kriterien orientierte Produktgestaltung geben. Ähnlich formuliert es Reinhard Schneider: „Wir brauchen einen Anreiz, der Unternehmen mit Produktverantwortung dazu bringt, mehr Recyclat bei der Herstellung von Verpackungen einzusetzen“, ermunterte Schneider die Politik zu nachhaltigen Schritten. Als Open innovation angelegt, hole die Recyclat-Initiative auch ihre Mitbewerber ins Boot. „Sie haben die richtige Strategie ergriffen“, dankte Barbara Hendricks Reinhard Schneider für dessen Einladung und ermutigte die Mitstreiter der Recyclat-Initiative ein weiteres Mal auf ihrem Weg. Die Ministerin hatte die Recyclat-Initiative erst im November vergangenen Jahres mit dem Bundespreis Eco Design ausgezeichnet.

Am Arbeitsgespräch von Umweltministerin Barbara Hendricks und Werner & Mertz nahmen außerdem der Landesvorsitzende des NABU Rheinland-Pfalz, Siegfried Schuch, Dr. Benjamin Bongardt, Teamleiter Ressourcenpolitik im NABU Bundesverband und von Unternehmensseite Timothy Glaz, Leiter Corporate Affairs, teil.

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