LIFE-Projekt: Hangmoore im Hochwald

Der Hochwald Nationalpark im Hunsrück ist ein Gebiet mit höchster Priorität für den Naturschutz, prägend sind bis heute großflächige Moorbereiche. Die Hang- und Zwischenmoore im Hochwald beherbergen besonders viele Tier- und Pflanzenarten. Durch ihre Seltenheit und Eingriffe des Menschen in die Moorlebensräume sind diese samt ihrer Artenvielfalt stark gefährdet. Das LIFE-Projekt „ » Hangmoore im Hochwald “, das seit 2015 besteht, hat das Ziel, diese wertvollen Feuchtgebiete zu reaktivieren, sodass sich moortypische Pflanzen und Tiere wieder ansiedeln können und die Zersetzung des Torfes gestoppt wird. Neben anderen Organisationen und staatlichen Stellen setzt sich Werner & Mertz gemeinsam mit dem NABU Rheinland-Pfalz für den Erfolg dieses Projektes ein.

Moore für den Klimaschutz

Intakte Moorlandschaften leisten eine großen Beitrag zum Klimaschutz, da sie dauerhaft CO2 speichern. In Zahlen bedeutet das: Obwohl Moore nur 3 % der weltweiten Landfläche bedecken, enthalten sie mehr als 500 Gigatonnen Kohlenstoff in ihrem Torf (mehr als 1.800 Gigatonnen CO2). Das ist zweimal so viel wie die gesamte Waldbiomasse der Welt (30 % der Landfläche).

Moorlandschaft im Nationalpark Hochwald, © Marcus Steinbrücker

Wegebau, Entwässerung und Aufforstung führten in der Vergangenheit jedoch zu erheblichen Veränderungen und teilweise sogar zur Zerstörung der Moorlebensräume. Dort wo Moore entwässert werden und der Torf trocken fällt, beginnt er zu mineralisieren und sich zu zersetzen. Damit geht nicht nur ein besonderes Biotop verloren, zudem wird CO2 freigesetzt, das im intakten Moor gebunden war. Moore zu schützen, bedeutet daher immer auch, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Maßnahmen zur Wiedervernässung, © Marcus Steinbrücker

Maßnahmen im Hochwald

Nach einer intensiven Planungsphase zu Beginn des Projekts wurden gezielte Schritte zur Wiedervernässung vorgenommen. Dafür wurden Fichten sehr aufwendig aus größeren Bereichen entfernt, um durch die Rodung den Boden nicht zu belasten oder die Torfreste zu zerstören. Parallel dazu haben Ehrenamtliche an vielen hundert Stellen ehemalige Entwässerungsgräben in Handarbeit verschlossen und gestaut. Die positive Wirkung dieser harten körperlichen Arbeit ist heute nachweisbar: Der mineralische Abbau der letzten Torfreste konnte gestoppt werden und Niederschlagswasser fließt selbst nach starkem Regen messbar langsamer aus dem Gebiet ab als vorher.

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