Nachhaltiger Standbeutel

Deutscher Verpackungspreis 2019

Der erste vollständig recyclingfähiger Standbodenbeutel: Diese Innovation aus dem Hause Werner & Mertz überzeugten die hochkarätige Jury des Deutschen Verpackungspreises. Die preisgekrönte Verpackung ist mit Kooperationspartnern im Rahmen der Recyclat-Initiative entwickelt worden.

Recyclingfähiger Beutel gewinnt in der Kategorie „Nachhaltigkeit“

„Große Herausforderungen unserer Zeit sind Verpackungsentwicklungen, die perfekt auf die Kreislaufwirtschaft abgestimmt sind. (…) Der Beutel präsentiert eindrucksvoll, was schon heute bei einem konsequenten Design für Recycling umsetzbar ist“, so das Urteil des Expertengremiums zum Standbodenbeutel, der in der Kategorie Nachhaltigkeit ausgezeichnet wurde. Im Mai 2020 wird der Standbodenbeutel mit dem internationale WorldStar Packaging Award in Düsseldorf geehrt.

10 Jahre EMAS Eindrücke von der Podiumsdiskussion zum Thema „EMAS in der Wahrnehmung einer nachhaltigen Gesellschaft“ unter anderem mit dem ehemaligen Bundesaußenminister Joschka Fischer, Rolf-Jan Hoeve von der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission und Reinhard Schneider, geschäftsführender Gesellschafter Werner & Mertz, am 10. Oktober 2013. EMAS ist das weltweit anspruchsvollste System für nachhaltiges Umweltmanagement der Europäischen Union. Sowohl Reinhard Schneider als auch Joschka Fischer betonten während der Podiumsdiskussion die Vorteile einer freieren Verwendung des EMAS-Siegels.

Das neuartige und patentierte Beutelkonzept ist das Resultat eines Gemeinschaftsprojekts von Werner & Mertz mit dem globalen Verpackungs- und Papierkonzern Mondi. „Um Verpackungen für die Kreislaufwirtschaft zu verwirklichen braucht es ein Netzwerk und wir – Mondi und Werner & Mertz – waren bereit, uns der Herausforderung zu stellen“, erläutert Thomas Kahl, Projektmanager EcoSolutions von Mondi Consumer Packaging. In vierjähriger Zusammenarbeit wurde schließlich ein vollständig recycelbarer Beutel mit abnehmbarer Banderole nach den Cradle to Cradle® - Prinzipien entwickelt. Das Konzept löst das Problem des Recyclings bedruckter Kunststoffe. Rund 85 Prozent des gesamten Verpackungsmaterials sind unbedruckt. Das heißt, das Material lässt sich ohne Qualitätsverlust recyceln. Doch auch die restlichen 15 Prozent, die bedruckte Banderole, ist voll recycelbar, da sie frei von Klebstoffen und Haftvermittlern ist, und so in neue Anwendungen zurückfließen kann. Die vollständige Recyclingfähigkeit des Beutels wurde erst vor Kurzem von den unabhängigen Instituten cyclos-HTP und Interseroh ausgewiesen. Zusätzlich verbraucht der Beutel ca. 70 Prozent weniger Material als starre Kunststoffflaschen mit demselben Füllvolumen.

Die ersten in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ ausgezeichneten vollständig recyclingfähige Standbodenbeutel sind schon im Handel – demnächst wird das gesamte Beutelportfolio der Marke Frosch umgestellt sein.

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Die Entwicklungsgeschichte des patentierten Standbodenbeutels

Der erste vollständig recycelbarer Standbodenbeutel aus einem Monomaterial (Polyethylen) mit abtrennbarer Banderole (ebenfalls aus Polyethylen) – gestaltet nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip ist gemeinsame Entwicklung von Werner & Mertz mit dem Verpackungs- und Papierunternehmen Mondi.

„Mit diesem richtungsweisenden Design für Recycling ist ein weiterer großer Schritt bei der Kreislaufführung von Kunststoffverpackungen gelungen“, erklärt Immo Sander, Leiter der Verpackungsentwicklung von Werner & Mertz. Der patentierte innovative Standbodenbeutel kann nach Gebrauch zu 100 Prozent zu einem Recyclat in nahezu gleicher Qualität wie das Ausgangsmaterial recycelt werden.

Diese Innovation ist das Ergebnis einer Idee, die bereits lange auf der Agenda von Werner & Mertz stand. „Schon im Jahr 2014 haben wir bei Werner & Mertz nach „Einstoff-Konzepten gesucht“, schildert Sander die Entwicklungsgeschichte. Ziel war ein Beutel aus Monomaterial statt der üblichen Multi-Layer-Produkte, der mit bereits existierenden Technologien bedruckt und abgefüllt werden konnte. Schnell habe sich aber abgezeichnet, dass die gesteckten Ziele nur gemeinsam mit einem Verpackungsspezialist zu erreichen seien, so Sander. Diesen fand Werner & Mertz in Mondi. „Es ist kaum mehr möglich, dass ein einzelnes Unternehmen eine solche Innovationsleistung alleine vollbringt. Um Verpackungen für die Kreislaufwirtschaft zu verwirklichen braucht es ein Netzwerk und wir – Mondi und Werner & Mertz – waren bereit, uns der Herausforderung zu stellen“, erläuterte Thomas Kahl, Projektmanager EcoSolutions von Mondi Consumer Packaging.

2015 gründeten die beiden Unternehmen eine Projektgruppe gemeinsam mit dem Grünen Punkt , EPEA Switzerland und cyclos-HTP . Die drei Partner unterstützten die Entwicklung sowohl mit Beratung zur Materialauswahl als auch der Bestätigung der tatsächlichen Kreislauffähigkeit des Beutels sowie die Integration in bestehende Recyclingstrukturen. In der Entwicklung galt es für alle Beteiligten aber zunächst herauszufinden, was „Design for Recycling“ tatsächlich bedeutet – selbst die erfahrenen Verpackungsexperten mussten hier konsequent lernen, das Produkt auch von seinem Ende her zu denken. Nach einer engagierten Entwicklungszeit wurde 2017 aus dem Material Polyethylen ein stabiler und vollumfänglich nutzbarer Standbodenbeutel realisiert.

Und nach Überwindung aller notwendigen bürokratischen Hürden konnten Mondi und Werner & Mertz 2018 die Neuentwicklung in der Öffentlichkeit vorstellen. Im Handel sind die ersten Beutel seit Herbst 2019 erhältlich.

Der vollständig recycelbare Beutel ist aber nur der Anfang in der Entwicklung kreislauffähiger flexibler Kunststoffverpackungen. „Unser Ziel ist es, dass die flexiblen Kunststoffverpackungen nicht nur vollständig recycelbar sind, sondern auch selbst aus recycelten Materialien bestehen“, so Sander.

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