Auch die Verpackung zählt: praktische Kreislaufwirtschaft in der Haushaltsreinigung

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22.02.2019 - Berlin / Mainz

Kreislaufwirtschaft bei der Haushaltsreinigung – beim 16. Akteurs-Workshop des verbrauchernahen Forum Waschen in Berlin drehte sich alles um die „runde Sache“ im Haushalt. Dabei standen nicht nur die Reinigungsprodukte und Waschmittel, sondern auch ihre Verpackungen im Fokus. Am ersten Veranstaltungstag präsentierte Immo Sander, Leiter der Verpackungsentwicklung bei Werner & Mertz, die Projekte der Recyclat-Initiative. Zu den Teilnehmern des Forums zählten unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Ministerien, Forschungsinstitutionen, Gewerkschaften, Herstellern von Wasch- und Reinigungsmitteln, Haushaltsgeräte-Herstellern, Kirchen, Umweltorganisationen, Universitäten und Verbraucherverbänden.

Für Werner & Mertz bot der Akteurs-Workshop eine hervorragende Plattform, die Lösungsansätze der Recyclat-Initiative für eine effektive Kreislaufwirtschaft und zur Verringerung der Plastikflut einem verbrauchernahen Publikum vorzustellen.

Immo Sander, Leiter Verpackungsentwicklung bei Werner & Mertz, stellt die Lösungsansätze der Recyclat-Initiative für eine effektive Kreislaufwirtschaft und zur Verringerung der Plastikflut beim 16. Akteurs-Workshop von Forum Waschen einem verbrauchernahen Publikum vor. Foto: Werner & Mertz

Plastikrecycling – Möglichkeiten und Herausforderungen

In seinem Vortrag widmete sich Sander den Möglichkeiten, aber auch den Herausforderungen des Kunststoffrecyclings. Anhand der Entwicklungsleistungen der Recyclat-Initiative von Werner & Mertz zeigte er auf, wie es gelingen kann, Materialkreisläufe geschlossen zu halten und dazu hochwertige und gesunde Sekundärrohstoffe aus Kunststoffverpackungen zu verwenden.

Statt der noch immer üblichen linearen Rohstoffnutzung (Cradle-to-Grave) verfolgt die Initiative eine zirkulare Rohstoffnutzung nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip. Dies schont nicht nur wertvolle Ressourcen, sondern schützt darüber hinaus die Umwelt. Dabei werden sowohl die Wertstoffe für die Verpackungen als auch die Reinigungslösungen von Werner & Mertz in Kreisläufen geführt.

Sander erläuterte, wie die Initiative dank konstruktiver Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette in den vergangenen Jahren ungenutzte Sekundärrohstoffquellen, wie etwa den Gelben Sack, für das werkstoffliche Recycling nutzbar gemacht hat: „Gemeinsam mit unseren Partnern konnten wir beweisen, dass die Entwicklung von Flaschen und Verschlüssen aus 100 Prozent recyceltem PET, HDPE sowie PP möglich ist“, so Sander. Die Pionierleistungen reichen von der Entwicklung der Frosch-Flaschen aus 100 % recyceltem PET über die weltweit ersten rHDPE-Verpackungen und rPP-Verschlüssen – beides aus 100 % Post-Consumer-Plastik aus dem Gelben Sack.

Design fürs Recycling

Für einen funktionierenden Materialkreislauf müsse sich aber auch die Qualität der Verpackungen verbessern, die in den Gelben Sack wandern, appellierte Sander. „Die Kreislauffähigkeit von Verpackungen muss bereits im Verpackungsdesign berücksichtigt werden“, betonte er. „Gesunde“ Materialien, also sortenreine Kunststoffe und umweltverträgliche Inhaltsstoffe, seien dabei die zwingende Voraussetzung. Darüber hinaus müsse bereits bei der Entwicklung von Verpackungen darauf geachtet werden, dass sich diese nach der Gebrauchsphase wieder zu qualitativ hochwertigen Verpackungen recycelt werden können.

Dieses „Design für Recycling“ umfasse neben der Verwendung sortenreiner (Recycling-) Kunststoffe auch den Einsatz nachhaltiger Masterbatches in Kunststoffen sowie Druckfarben und leicht ablösbare Etiketten. „Je recyclingfähiger eine Verpackung gestaltet ist, desto leichter ist es, die einzelnen Kunststoffe sortenrein zu trennen und der Recyclingindustrie einen richtigen Wertstoff anzubieten“, so Sander.

Als Beispiel nannte der Verpackungsexperte die neueste gemeinsame Entwicklung von Werner & Mertz mit dem weltweit agierenden Verpackungsunternehmen Mondi: Ein vollständig recycelbarer Standbodenbeutel aus einem Monomaterial (Polyethylen) mit abtrennbarer Banderole – gestaltet nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip. „Mit diesem richtungsweisenden Design für Recycling ist ein weiterer großer Schritt bei der Kreislaufführung von Kunststoffverpackungen gelungen“, sagte Sander. Der patentierte innovative Standbodenbeutel kann nach Gebrauch zu 100 Prozent zu einem Recyclat in nahezu gleicher Qualität wie das Ausgangsmaterial recycelt werden. Diese Beutel werden ab diesem Jahr als flexible Verpackung der Frosch-Produkte eingesetzt.

Themenwerkstatt

In der nachfolgenden Themenwerkstatt des Workshops, welche von Arno Melchior (Global Packaging Director bei der Reckitt Benckiser Group) moderiert wurde, stand Sander Rede und Antwort zu den aktuellen Themen rund um die nachhaltige Verpackungsentwicklung.

Vor der Fragestellung „Wie wird das ‚Ende‘ des Kreislaufs zum ‚Anfang‘?“ diskutierten die Besucher angeregt über bessere Verbraucherkommunikation und -aufklärung, die Forderung nach einheitlichen und umsetzbaren Europäische Regularien, das Potential von Sleeve-Lösungen und Bag-in-Box-Systemen.

Man ist sich einig: einheitliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für einen schnellen Einstieg in die Kreislaufwirtschaft. Im Ergebnis des Forums soll ein Faktenpapier mit „Goldenen Regeln“ für den richtigen Umgang mit Verpackungen entstehen.

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