Studie zeigt: Einsatz von Rezyklat in Kosmetikverpackungen möglich

29.03.2021 - Mainz - Unternehmensmeldung

Gemeinsame Forschungsarbeit von Beiersdorf, Werner & Mertz und dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung

Ist der Einsatz von Altplastik aus dem Gelben Sack für die Herstellung von Kosmetikverpackungen sicher? Wenn ja, welche Rezyklate eignen sich dafür? Welche Prüfungen werden benötigt? Auf diese und weitere Fragen gibt das gerade veröffentlichte Dokument „How to evaluate post-consumer polyolefin recyclates in cosmetic packaging?“ erstmals wissenschaftlich fundierte Antworten. Der Leitfaden ist das Ergebnis einer gemeinsamen Studie des in Hamburg ansässigen Kosmetikkonzerns Beiersdorf, des Mainzer Reinigungsmittelherstellers Werner & Mertz und Dr. Frank Welle vom Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV). Herausgekommen ist ein Leitfaden und ein erster Industriestandard für den Einsatz von mechanisch recyceltem Altplastik für Kosmetikverpackungen, der Antworten auf die wichtigsten Fragestellungen liefert und nationalen wie internationalen Recyclingunternehmen und Herstellern zukünftig gleichermaßen weiterhilft.

Überblick über aktuelle Situation am Markt und klare Handlungsempfehlungen

Die zugehörige Studie bietet einen Überblick über die am Markt befindlichen Rezyklate, vorrangig aus der Materialgruppe HDPE, über vorhandene Recyclingverfahren, die derzeit verfügbaren Rezyklat-Qualitäten sowie deren Eignung für die Herstellung hochwertiger Kosmetikverpackungen. Die Analyse zeigt auf, welche Vorbedingungen erfüllt werden müssen, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft für Kosmetikverpackungen aus Altplastik zu ermöglichen. Produzierende Unternehmen finden in dem Leitfaden eine Anleitung zur Validierung von Kosmetikverpackungen aus Altplastik, die aus Endverbraucher-Sammlungen wie dem Gelben Sack stammen, inklusive einer strukturierten Vorgehensweise zur analytischen und toxikologischen Evaluation.

„Wir haben ein solides Fundament für den zukünftigen Umgang mit Rezyklaten geschaffen und aufgezeigt, dass die Konformität für Kosmetikverpackungen aus Post Consumer Rezyklat gewährleistet und eingehalten werden kann“, so Immo Sander, Leiter Verpackungsentwicklung bei Werner & Mertz.

„Unsere Ambition ist es, den Rezyklatanteil in unseren Kunststoffverpackungen deutlich auszubauen. Bis 2025 wollen wir 30 % erreichen. Mit der gemeinsam entwickelten Guideline wollen wir aktiv dazu beitragen, der Recyclingindustrie Orientierung und Hilfestellung für den dringend erforderlichen Kapazitätsausbau qualitativ hochwertiger Kunststoffrezyklate für die Kosmetikindustrie zu geben“, erläutert Michael Becker, Head of Global Packaging Development, Beiersdorf AG.

Die Studie bietet Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen für den Einsatz von Rezyklat aus dem Gelben Sack in Kosmetikverpackungen.

Leitfaden wird öffentlich zugänglich gemacht – zum Wohle der Umwelt

Bislang gibt es im Kosmetikmarkt sowohl bei Herstellern als auch bei Recyclingfirmen große Unsicherheit über die Verwendung von sogenannten Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) in Kosmetikverpackungen. Generell gilt laut Verordnung (EG) Nr. 1223/2009 über kosmetische Mittel, dass Hersteller natürlich nur sichere Produkte in Umlauf bringen dürfen. Unter welchen Bedingungen Rezyklat eingesetzt werden darf, ist dort nicht definiert – daher die Unsicherheit, ob und in welcher Form Rezyklat den Sicherheitskriterien entspricht.

Im Sinne eines Open-Innovation-Ansatzes wird der Leitfaden auf der Website beider Unternehmen und dem Fraunhofer Institut kostenfrei zugänglich gemacht, damit möglichst viele sich mit den Ergebnissen befassen und die Bedenken bezüglich des Rezyklateinsatzes überwinden. Denn so wird Bedarf erzeugt, was wiederum die Investitionen in Aufbereitungsanlagen beschleunigt und den wiederkehrenden Einsatz von Altplastik wirtschaftlicher macht. Dies kommt dann nicht nur den Unternehmen, sondern vor allem der Umwelt zugute.

Der Leitfaden ist in englischer Sprache unter diesem Link abrufbar:
» initiative-frosch.de/studien
» beiersdorf.de/nachhaltigkeit/reporting/downloads

Die Arbeit geht weiter – Industriekonsortium CosPaTox

Beide Unternehmen werden zudem Ihr Wissen und Teilergebnisse der gemeinsamen Studie in dem Projekt CosPaTox (Cosmetic Packaging Toxicology) einbringen. Das Industriekonsortium CosPaTox entstand aus dem von dm gegründeten #ForumRezyklat und befasst sich mit der Standardisierung von hochwertigen PCR-Materialien, speziell für Kosmetik-Anwendungen.

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