Werner & Mertz-Inhaber und Öko-Pionier Reinhard Schneider beim 9. Forum Anthropozän in Heiligenblut
„Funktionierende Ökosysteme sind die Grundlage wirtschaftlichen Handelns“
Der Umweltpionier Werner & Mertz engagiert sich für den Schutz der Artenvielfalt, die Erhaltung der Biodiversität und die Sicherung von Lebensräumen für Mensch und Tier. Beim 9. Forum Anthropozän im österreichischen Heiligenblut erklärte Werner & Mertz-Inhaber Reinhard Schneider im ZEIT-Gespräch, warum Nachhaltigkeit wirtschaftlich notwendig ist.
Die Natur braucht uns nicht – aber wir brauchen funktionierende Ökosysteme als Grundlage unseres Lebens und wirtschaftlichen Handelns, so die Philosophie von Werner & Mertz. Unternehmensinhaber Reinhard Schneider diskutierte beim 9. Forum Anthropozän mit hochkarätigen Expert*innen und zeigte, wie Werner & Mertz seine Philosophie in die Praxis umsetzt. Von der Auswahl der Rohstoffe, dem Produktdesign bis hin zur Entscheidung der Produktionsstandorte verfolgt das Familienunternehmen Biodiversität konsequent. Denn intakte Biodiversität ist für das Unternehmen keine abstrakte Umweltfrage, sondern die direkte Voraussetzung für Qualität, Verfügbarkeit und Weiterentwicklung von Produktlösungen. Ein zentraler Faktor ist die Ressourcenunabhängigkeit und Rohstoffresilienz. „Die Natur zeigt, wie leistungsfähig Systeme sein können – ohne Verschwendung. Für mich heißt Nachhaltigkeit deshalb nicht Verzicht, sondern oft mehr Qualität und Effizienz. Zugleich wird klar: Fossilbasiertes Wirtschaften schadet nicht nur der Umwelt, sondern schafft auch politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten. Nachhaltige Lösungen zeigen, dass hohe Leistung auch ressourcenschonend möglich ist und darüber hinaus unsere Sicherheit verbessert“, so Reinhard Schneider.
Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen als sicherheitspolitischer Faktor
Schneider betonte, dass kreislauffähige Produkte nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern mehr denn je auch wirtschaftlich und sicherheitspolitisch relevant sind. „Die Maßnahmen, die eine diversifizierte Rohstoffpolitik, die nicht mehr von Erdöl und fossilen Rohstoffen abhängig ist, begünstigen würden, würden gleichzeitig die Rohstoffresilienz im sicherheitspolitischen Sinne deutlich stärken. Die Kongruenz des ökologisch richtigen Handelns, welches man mit einer Erhöhung der Resilienz und Widerstandsfähigkeiten gegen Erpressbarkeiten anreizen könnte, ist noch nicht mal verstanden worden. Denn die Handlung der Politik erfolgt nicht nach
Kausalketten und Wissenschaft, sondern nach Lobbyinteressen“, kritisiert Reinhard Schneider im ZEIT-Gespräch. Er plädiert dafür, durch politische Rahmenbedingungen eine Lenkungswirkung zu erzeugen und damit nachhaltiges Handeln zu fördern.
Positive Sehnsuchtsbilder und die Macht der Nachfrage
Den Hauptmotivator für nachhaltiges Handeln auf Seiten der Konsument*innen sieht Schneider in der Erfahrung eines persönlichen Nutzens: „Es braucht kurzfristig wirksame Sehnsuchtsbilder von einer Zukunft, in der Menschen gerne leben möchten.“ Denn Verhaltensänderungen lassen sich nicht mit Angst herbeiführen. In der Kommunikation mit den Verbraucher*innen setzt Werner & Mertz auf positive Bilder. Gleichzeitig schafft das Unternehmen Bewusstsein für die individuelle Verantwortung der Konsument*innen. Auf die Frage nach seinem persönlichen Sehnsuchtsbild antwortete Schneider: „Wenn Millionen von Verbraucher*innen bewusst wird, dass sie zur Beschleunigung der ökologischen Transformation und dem Erhalt der Natur selbst das mächtigste Instrument in ihrer eigenen Hand halten, nämlich die Macht der Nachfrage.“ In der Umsetzung sollten sich Konsument*innen für Anbieter entscheiden, die vertrauenswürdig sind, in die richtige Richtung gehen und aufzeigen, dass die damit verbundenen Mehrkosten nicht das Budget des Verbrauchers belasten. „Wenn man sich dem bewusst werden würde, würde das einen Transformationsdruck auf die Wirtschaft ausüben, dem sich selbst die Politik nicht entziehen könnte“, so Schneider.
Umfassendes Engagement im Bereich Biodiversität
Als ganzheitlich-nachhaltiges Unternehmen möchte Werner & Mertz nicht nur einzelne Arten, sondern ganze Ökosysteme schützen und erhalten. Der Umweltpionier engagiert sich deshalb in lokalen und internationalen Kooperationen für den Schutz der Artenvielfalt, die Erhaltung der Biodiversität und die Sicherung von Lebensräumen für Mensch und Tier. In Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein engagiert sich Werner & Mertz seit 2019 für die lebensnotwendigen Balance der heimischen Flora und Fauna. Durch Bergwaldprojekte und Umweltbaustellen unterstützt das Unternehmen die nachhaltige Pflege und den Schutz der alpinen Landschaften. Pro Jahr ermöglicht Werner & Mertz rund 40 Bergwaldprojekte und
Umweltbaustellen. Dabei arbeiten Freiwillige zusammen, um beispielsweise Wege zu befestigen, Bäume zu pflanzen oder Wiesen zu pflegen. Diese Projekte tragen mit handfester Naturschutzarbeit zum Erhalt der Alpen und dem Schutz der Biodiversität bei.
In Deutschland arbeitet Werner & Mertz schon seit mehr als 25 Jahren mit dem NABU (Naturschutzbund Deutschland) zusammen und macht sich in zahlreichen Projekten für den Erhalt der Biodiversität stark.
Das Unternehmen ist außerdem Gründungsmitglied der Unternehmensinitiative „Biodiversity in Good Company“ und pflegt eine langfristige Kooperation mit BOS Deutschland. Die Organisation schützt Orang-Utans und ihren Lebensraum, den tropischen Regenwald Indonesiens. Gleichzeitig setzt sich BOS mit Werner & Mertz für den wertvollen Regenwald im Torfmoorgebiet ein. Für sein Engagement erhielt Reinhard Schneider 2019 den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Das Preisgeld in Höhe von 250.000 Euro spendete er an BOS Deutschland, um das Mawas-Gebiet nachhaltig wiederaufzuforsten. Zusammen mit der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA e.V.) setzt sich Werner & Mertz für den Erhalt und den Schutz der Mangrovenwälder in Kenia ein. Diese einzigartigen Ökosysteme sind ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Mangroven stabilisieren die Küsten und spielen auch eine entscheidende Rolle im globalen Klimaschutz, da sie große Mengen an Kohlenstoff binden.